Finanzielle Unterstützung für Kleinstunternehmen und KMU zur Verbesserung der Cybersicherheit von Produkten
Cybersicherheit wird zur Produktpflicht
Mit dem EU Cyber Resilience Act (CRA) werden erstmals verbindliche Cybersicherheitsanforderungen für Produkte mit digitalen Elementen eingeführt. Betroffen sind nicht nur Großunternehmen, sondern insbesondere Kleinstunternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die Hard- oder Softwareprodukte entwickeln, herstellen oder unter eigenem Namen vertreiben.
Um diese Unternehmen bei der Umsetzung der neuen regulatorischen Anforderungen zu unterstützen, stellt die EU gezielte finanzielle Fördermittel bereit. Ein zentrales Instrument ist das SECURE-Projekt, das ab 28. Januar 2026 eine erste Runde finanzieller Unterstützungsmaßnahmen startet.
Förderprogramm SECURE
Das SECURE-Projekt ist ein EU-gefördertes Programm im Rahmen von Digital Europe, verwaltet durch das European Cybersecurity Competence Centre (ECCC) und koordiniert vom italienischen nationalen Cybersicherheits-Koordinierungszentrum.
Ziel des Programms ist es, Kleinstunternehmen und KMU dabei zu unterstützen, ihre Produkte frühzeitig an die Anforderungen des Cyber Resilience Act anzupassen.
Eckdaten der Förderung
- Zielgruppe:
Kleinstunternehmen sowie KMU (KKMU) - Förderhöhe:
Bis zu 30.000 EUR (Kofinanzierung) - Antragszeitraum:
28. Januar 2026 bis 29. März 2026 - Förderrunde:
Erste Förderwelle im Rahmen des SECURE-Projekts - Anwendungsbezug:
Hard- und Softwareprodukte mit digitalen Elementen
Zusammenhang mit dem Cyber Resilience Act (CRA)
Der Cyber Resilience Act (Verordnung (EU) 2024/2847) verpflichtet Hersteller von Produkten mit digitalen Elementen u. a. zu:
- Security-by-Design und Security-by-Default
- Risikobasierter Planung und Entwicklung
- Etabliertem Vulnerability-Management
- Sicheren Update- und Wartungsprozessen
- Dokumentierter Cybersicherheitsgovernance über den gesamten Produktlebenszyklus
Die Anwendung des CRA beginnt am 11. Dezember 2027. Die nun angebotene finanzielle Unterstützung ist daher explizit vorbereitend und soll es KMU ermöglichen, technische, organisatorische und prozessuale Lücken rechtzeitig zu schließen.
Welche Maßnahmen können gefördert werden?
Die Förderung richtet sich auf konkrete, CRA-relevante Umsetzungsmaßnahmen, insbesondere:
- Verbesserung der sicheren Produktarchitektur
- Einführung sicherer Entwicklungsprozesse (Secure SDLC)
- Analyse und Reduktion von Cybersicherheitsrisiken
- Aufbau oder Verbesserung des Vulnerability- und Patch-Managements
- Technische Härtung von Hard- und Softwareprodukten
- Vorbereitung der CRA-Konformitätsanforderungen
Damit adressiert das Programm genau jene Punkte, die für viele kleinere Hersteller bislang eine finanzielle und organisatorische Hürde darstellen.
Warum die Förderung strategisch relevant ist
Die EU macht mit dieser Förderung deutlich:
- CRA-Compliance ist kein Optional-Thema, sondern regulatorischer Standard
- KMU werden als besonders unterstützungsbedürftig anerkannt
- Frühzeitige Umsetzung reduziert spätere Compliance-, Haftungs- und Marktrisiken
Für betroffene Unternehmen bietet sich damit die Möglichkeit, regulatorische Vorbereitung, Produktsicherheit und Wettbewerbsfähigkeit miteinander zu verbinden.
Jetzt vorbereiten statt später nachrüsten
Die finanzielle Unterstützung für Kleinstunternehmen und KMU im Rahmen des SECURE-Projekts ist eine konkrete und zeitlich begrenzte Chance, sich strukturiert auf den Cyber Resilience Act vorzubereiten.
Unternehmen, die Produkte mit digitalen Elementen entwickeln oder vertreiben, sollten die Fördermöglichkeit nicht als reine Subvention, sondern als strategischen Baustein ihrer CRA-Roadmap verstehen. Wer früh investiert, reduziert nicht nur regulatorische Risiken, sondern stärkt nachhaltig die Sicherheit und Marktakzeptanz seiner Produkte.