DIN EN 40000 – Die zentrale Normenreihe für den Cyber Resilience Act (CRA)

DIN EN 40000 – Die zentrale Normenreihe für den Cyber Resilience Act (CRA)

Mit der Normenreihe DIN EN 40000 entsteht derzeit der maßgebliche europäische Standardrahmen zur praktischen Umsetzung des Cyber Resilience Act (Verordnung (EU) 2024/2847). Die EN-40000-Reihe konkretisiert die gesetzlichen Cybersicherheitsanforderungen für Produkte mit digitalen Bestandteilen und übersetzt die abstrakten Vorgaben des CRA in prüfbare, technisch und organisatorisch umsetzbare Normanforderungen.

Im Fokus stehen drei Entwurfsnormen, die gemeinsam ein in sich geschlossenes System bilden: Vokabular, Grundsätze der Cyberresilienz und Umgang mit Schwachstellen.


Was ist DIN EN 40000?

DIN EN 40000 ist eine horizontale europäische Normenreihe, die für alle Produkte mit digitalen Bestandteilen gilt – unabhängig davon, ob es sich um Verbraucherprodukte, B2B-Software oder komplexe industrielle Systeme handelt. Sie richtet sich primär an Hersteller, ist aber auch für Einführer, Händler, Konformitätsbewertungsstellen und Marktüberwachungsbehörden von zentraler Bedeutung.

Ziel der Normenreihe ist es, eine einheitliche, auditierbare und CRA-konforme Umsetzung der Cybersicherheitsanforderungen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg sicherzustellen.


prEN 40000-1-1:2025 – Vokabular

Cybersicherheitsanforderungen für Produkte mit digitalen Bestandteilen – Vokabular

Der Entwurf DIN EN 40000-1-1 definiert das verbindliche Begriffs- und Definitionssystem der gesamten Normenreihe. Er legt einheitlich fest, wie zentrale Begriffe wie Schwachstelle, Sicherheitsvorfall, Sicherheitsupdate, Produktlebenszyklus oder Risiko zu verstehen sind.

Die Norm enthält keine materiellen Anforderungen, ist jedoch von grundlegender Bedeutung für:

  • die korrekte Auslegung des Cyber Resilience Act,
  • eine konsistente technische Dokumentation,
  • rechtssichere Konformitäts- und Auditprozesse.

Damit bildet prEN 40000-1-1 die terminologische Grundlage für alle weiteren Teile der EN-40000-Reihe.


prEN 40000-1-2:2025 – Grundsätze für die Cyberresilienz

Anforderungen an die Cybersicherheit von Produkten mit digitalen Bestandteilen – Teil 1-2: Grundsätze für die Cyberresilienz

Der Entwurf DIN EN 40000-1-2 ist der zentrale Kernstandard der Normenreihe. Er übersetzt die wesentlichen Cybersicherheitsanforderungen aus Anhang I des Cyber Resilience Act in konkrete Prinzipien, Prozesse und Aktivitäten.

Inhaltlich deckt die Norm unter anderem ab:

  • einen risikobasierten Ansatz zur Cybersicherheit,
  • Security by Design und Secure by Default,
  • Governance- und Transparenzanforderungen,
  • ein vollständiges Cybersicherheits-Risikomanagement,
  • Cybersicherheitsaktivitäten über den gesamten Produktlebenszyklus – von Planung und Entwicklung über Produktion und Distribution bis zur Außerbetriebnahme,
  • das Management von Drittanbieter- und Lieferkettenrisiken.

Besonders relevant ist die explizite Zuordnung der Normkapitel zu den Anforderungen des Anhangs I CRA, die den Standard klar auf Konformitätsbewertung und Marktaufsicht ausrichtet. prEN 40000-1-2 ist damit das methodische Rückgrat für die Umsetzung der Herstellerpflichten nach Artikel 13 CRA.


prEN 40000-1-3:2025 – Umgang mit Schwachstellen

Cybersicherheitsanforderungen für Produkte mit digitalen Bestandteilen – Teil 1-3: Umgang mit Schwachstellen

Der Entwurf DIN EN 40000-1-3 konkretisiert die operativen Pflichten zum Schwachstellenmanagement und adressiert damit einen der zentralen Schwerpunkte des Cyber Resilience Act.

Die Norm beschreibt einen vollständigen Vulnerability-Handling-Lifecycle, bestehend aus:

  • Vorbereitung (Policies, koordinierte Schwachstellenmeldung, sichere Kommunikation),
  • Entgegennahme und Monitoring von Schwachstellenmeldungen,
  • Verifikation und risikobasierter Bewertung,
  • Entwicklung und Test von Abhilfemaßnahmen,
  • Veröffentlichung von Sicherheitsupdates,
  • Maßnahmen nach der Freigabe.

Mit der klaren Struktur und der expliziten Zuordnung zu den CRA-Anforderungen ist prEN 40000-1-3 der maßgebliche Referenzstandard für Artikel 13 und 14 CRA, insbesondere für Meldepflichten bei aktiv ausgenutzten Schwachstellen und schwerwiegenden Sicherheitsvorfällen.


Warum DIN EN 40000 für Unternehmen entscheidend ist

Die drei Entwürfe der DIN EN 40000 bilden zusammen ein geschlossenes, CRA-taugliches Normensystem:

  • 1-1 schafft begriffliche Klarheit,
  • 1-2 stellt Design-, Governance- und Lifecycle-Konformität sicher,
  • 1-3 gewährleistet die operative Umsetzbarkeit von Schwachstellen- und Meldepflichten.

Unternehmen, die ihre Produktentwicklung frühzeitig an DIN EN 40000 ausrichten, reduzieren Compliance-Risiken, erleichtern zukünftige Konformitätsbewertungen und schaffen eine belastbare Grundlage für den Marktzugang im EU-Binnenmarkt unter dem Cyber Resilience Act.

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